Um nach Melaleuca zu gelagnen gibts es zwei Moeglichkeiten: per Schiff oder per Kleinflugzeug. Wir flogen. Da wir zu fuenft waren (Faebe, Mieke, Pia, Dani und ich) und noch ein weiterer Passagier mitflog, flogen zwei Maschinen. Da das Wetter ueber den Bergen, dem direkten Weg, schlecht war, kamen wir in den Genuss eines Scenic Flights der Kueste entlang.
Von Melaeluca aus fuehrt der Weg durch eine sumpfige Ebene - teils auf Duck Boards - zur Kueste und dann am Strand entlang bis zum ersten Campground. Das Wetter war uns gnaedig, es war angenehm kuehl aber regnete nicht. Allerdings hatte es die ganze Woche vorher geregnet, was man dem Weg und den teils knietief unter Wasser stehenden Duckboards ansah.
Der erste Campground war komplett ueberfuellt, denn eine Gruppe von rund 10 Leuten fuellten die Plaetze. Wir hatten allerdings so oder so vor auf einem inoffiziellen Campground etwas weiter dem Strand entlang zu naechtigen. Um dahin zu gelangen mussten wir zwei kleinere Fluesse ueberqueren, die allerdings weder breit noch tief waren.
Ueber Nacht regnete es zuenftig und auch am Morgen liess der Regen nicht nach. Die Plaetze auf denen die Zelte standen, glichen kleineren Moorseen und der kleine Fluss vom Vortag, der unweit vom Campground war, hatte rund 1m hoeher Wasser und war mindestens doppelt so breit. Gut, dass wir den schon hinter uns hatten!
Waehrend wir am ersten Tag noch darauf achteten, dass wir moeglichst schnell durch die Baeche kamen ohne dass Wasser in die Schuhe lief, kuemmerten wir uns bereits nach rund 100m am zweiten Tag nicht mehr darum: schon das erste Duckboard lag knietief unter Wasser und war teilweise kaum sichtbar. Es gluckste und gutschelte in den Schuhen...
Der erste Bach, kaum sichtbar auf der Karte, wurde bereits zu einem ersten Test. Wie tief er war, konnten wir nicht sehen, aber er war breit und reissend. Kein Rueberkommen mit einem einfachen Satz. Irgendwie fanden wir eine geeignete Stelle und so endeten wir letzlich alle auf der andern Seite. Faebe fing sich dabei den ersten Blutegel ein. Schwierig war nur, den wieder wegzukriegen, denn Regen und Wind machen das Benutzen eines Feuerzeuges manchmal etwas schwierig...
Weitere Baeche und tiefer Sumpf folgte. Ein Bach liess etwa knietief ein Duckboard erahnen. Da die Stroehmung etwas stark und das Board ziemlich rutschig war, waere dies eine ideale Stelle zum Reinfallen gewesen. Aber wir schafften es auch diesmal ohne...
Von den Red Point Hills aus, der ersten Steigung die wir zu bewaeltigen hatten, sahen wir in der Ferne Zelte auf einer kleinen Erhoehung. Zwar wunderten wir uns ein wenig, was die alle dort wollten, aber dachten, es koenne ja sein, dass die ihre Zelte trockneten. Die Zelte trockneten zwar, das merkten wir, als wir dort waren, aber aufgestellt waren sie, weil es kein Weiterkommen mehr gab. Der Louisa Creek war ein reissender Fluss, das Seil, an dem man sich beim Ueberqueren halten kann, war rund 2 Meter unter Wasser. Wir trockneten also auch unsere Zelte...
Am naechsten Morgen war der Creek zwar unten, aber der Guide der grossen Gruppe schaute sich am fruehen Morgen die folgenden Creeks an und meinte, sofern es kein Regen mehr gaebe, waere der Louisa River allenfalls am naechsten Morgen ueberquerbar. Jonny hatte ein Jahr zuvor zur gleichen Zeit Muehe, Trinkwasser zu finden und wir hatten Muehe, trockene Stellen zu finden. Unglaublich, wie stark der Einfluss des Wetters sein kann!
Schweren Herzens trafen wir die Entscheidung, umzukehren. Ein weiterer Wartetag am Louisa River haetten wir uns knapp leisten koennen, aber der Regen der letzten Woche hatte alles aufgeweicht und vermutlich waeren wir noch ein-zweimal stecken geblieben.
Statt wie geplant in Cockle Creek kamen wir also wieder an der gleichen Stelle raus, wo wie schon in den Park reingingen - in Melaleuca. Wenigstens hatten wir beim Rueckflug schoenes Wetter und sahen in der Vorgelbeobachtungsstelle Orange Bellied Parrots, einer der seltensten Voegel Australiens.